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(Informationen über das Anmeldeverfahren und das Kursangebot werden in Kürze hier veröffentlicht).
Inhalt In diesem Seminar wollen wir herausfinden, welche Wege ein Gedanke durchläuft, bis er eine sprachliche Form findet. Dazu sollen Versprecher analysiert werden, weil sie uns den besten Einblick in unsere innere Sprache liefern. Wenn jemand sagt: meine Damen und Herren, wir pfeifen nicht nach ihrer Tanze (er wollte ja sagen: wir tanzen nicht nach ihrer Pfeife), dann sehen wir, dass bei der Sprachplanung nicht nur ganze Wörter eine Rolle spielen (wie etwa in „Ich hab ne Frau als Holländerin“ statt „Ich hab ‚ne Holländerin als Frau“), sondern Wortbestandteile (Morpheme nämlich). Und noch feiner ist unsere innere Sprachanalyse bei solchen Fehlern wie „geschlossene Lüste“ statt „Liste“. Hier wird nur ein Merkmal des Lautbestands erfasst (das Merkmal labial) und nicht der gesamte Laut (wie in „Most und Rotten“ statt „Rost und Motten“). Methode Die Teilnehmer erfahren in der ersten Sitzung, wie man Versprecher (und gegebenenfalls ihre Korrekturen) aufschreibt und analysiert. Dies wird an Versprechern aus dem Deutschen gezeigt. Die Aufgabe der Teilnehmer besteht dann darin, Versprecher aus ihren jeweiligen Muttersprachen zu sammeln, die wir in den zwei folgenden Sitzungen besprechen wollen. Ziel Wir erarbeiten in der vierten gemeinsam eine kleine Versprechersammlung mit exemplarischen Analysen, die wir entweder digital oder als kleine Broschüre am Ende des Sommerkurses fertig gestellt haben wollen, so dass alle Teilnehmer und andere Interessenten aus dem Sommerkurs diese in ihre Heimat mitnehmen können. Vorbereitende Lektüre Leuninger, H. & Keller, J. (20049 Grammatische Strukturen – kognitive Prozesse. Tübingen, Kap. Sprachproduktion Ein Exemplar dieses Buchs ist in der Sommerkursbibliothek vorhanden Claudia Meindl Institut für Kognitive Linguistik Johann Wolfgang Goethe-Universität
Ich behaupte: Ihre Sprache gehört zu Ihren erstaunlichsten Fähigkeiten! Warum? Sie haben bis zu 150 000 Wörter im Kopf, und es werden die nächsten Wochen sicher noch einige Wörter dazu kommen. Sie brauchen trotzdem nur 200 Millisekunden (!), um ein gesprochenes Wort zu erkennen! Wir alle benötigen unsere Sprache(n), um uns auszutauschen, Wissen zu speichern, zu denken und uns als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen. Sprache ist Kultur, das ist für uns selbstverständlich. Sprache ist aber auch ein biologisches Phänomen. Sie ist auch eine Leistung Ihres Gehirns, vor allem der etwa 20 Milliarden Nervenzellen der Großhirnrinde. In diesem Workshop wollen wir gemeinsam einige Antworten auf die folgenden Fragen erarbeiten: - Wie ist die Sprache im Kopf organisiert? Welche Vorstellungen hatten beispielsweise die alten Ägypter, welche Modelle gibt es heute? - Wie formt sich die Sprache im Kopf? Kann man dem Gehirn beim Denken und Sprechen zusehen? - Was ist, wenn man mehrere Sprachen spricht? Hat ein Ukrainer ein anderes Gehirn als ein Italiener? - Was passiert mit der Sprache nach einer Hirnschädigung? Kann man seine Sprache verlieren, bspw. nach einem Unfall? - Sprechen Männer anders als Frauen? Menschen ohne Gehör anders als Hörende? Haben sie alle unterschiedliche Gehirne? Vorbereitung: Bitte versuchen Sie, Antworten auf diese Fragen zu finden. Welche Vorstellungen haben Sie über Ihr Gehirn? Wie verarbeiten Sie Sprache? Kennen Sie Personen, die nach einem Unfall oder einem Schlaganfall anders sprechen oder schreiben? Was hat sich verändert?
1.) Grimms "Kinder- und Hausmärchen": Lektüre und Interpretationen Hänsel und Gretel, Rotkäppchen und der böse Wolf, Dornröschen und die 13. Fee. Jeder kennt diese Figuren oder hat sie schon einmal in einem bunten Disney-Film gesehen. Wie wenig andere Geschichten sind besonders die Märchen von Jacob (1785-1863) und Wilhelm Grimm Eine große Auswahl an Texten zum 'Vorher-Lesen' unter http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=969&kapitel=1#gb_found 2.) Goethes Ballade "Der Erlkönig": Lektüre, Interpretation und Musik Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) ist Frankfurts berühmtester Sohn. Seine Stücke werden bis heute an den Theatern aufgeführt, seine Werke gelten als 'ewig'. Zeit, sich einmal genauer mit einem spannenden Text wie der Ballade vom "Erlkönig" zu beschäftigen - und mit seiner 'romantischen' Vertonung durch Schubert (1810-1856). Text online bei Projekt Gutenberg: 3.) Heinrich Hofmanns "Struwwelpeter": Lektüre und Interpretationen Das Kinderbuch "Struwwelpeter" ist weit über seinen ursprünglichen Zweck hinaus bekannt geworden: Geschrieben und gezeichnet als improvisiertes Weihnachtsgeschenk für seinen kleinen Sohn, fordert Hofmanns "Struwwelpeter" bis heute kontroverse Diskussionen und verschiedenste Interpretationen heraus. Zahlreiche Imitationen und Parodien unterstreichen den 'Kultstatus' des Buchs. Text und Bilder finden Sie unter
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